Freitag, 21. April 2006

Klopapierkugel

Anfangs haben sich unsere kleinen Freunde ja kaum für die aufwändig gebastelte Klopapierkugel interessiert. Der Lieblingsplatz ist nämlich momentan ein großes Papprohr in der oberen Etage. Aber dann wurde es fast schon eng in der Kugel:

doppelwhopper

Wissenschafter stellen fest: Degus können UV-Licht sehen

Ein Auge für Duftmarken

Internationales Forscherteam entdeckt möglichen Zusammenhang zwischen Ultraviolett-Sehen und Urin-Duftmarken bei Nagetieren

UV-deguMenschen und die meisten anderen Säugetiere können ultraviolettes (UV-)Licht nicht sehen. Eine Ausnahme bilden manche Nagetiere. Eine chilenisch-deutsche Forschergruppe hat jetzt entdeckt, dass auch der südamerikanische Degu, ein entfernter Verwandter des Meerschweinchens, UV-Licht sehen kann. Bei der Suche nach den verhaltensrelevanten UV-Signalen im Lebensraum dieser Nager fanden die Wissenschaftler, dass frischer Degu-Urin im Gegensatz zu altem, eingetrocknetem Urin hauptsächlich die UV-Anteile des Lichtes reflektiert. Die ausgesprochen sozialen Tiere verwenden Urin ausgiebig zur Duftmarkierung ihrer aktuell genutzten öffentlichen Wege und Sandsuhlen. Die Forscher vermuten nun, dass diese Markierungen für die Nager nicht nur eine Orientierungshilfe für die Nase, sondern eben auch für die Augen darstellen (Investigative Ophthalmology & Visual Science, Bd. 44, S. 2290-2296, Mai 2003

siehe Max-Planck-Gesellschaft

Degu-Links

Bücher über Degus:

Sporon, Anna/ Mettler, Michael: Gesellige Degus. Kosmos Ratgeber 2002.

Roth, Alexandra: Degus - gesellig & topfit. Gräfe & Unzer 2004.

Kürschner, Andreas: Mein Degu zu Hause. Bede 2006.

Gumnior, Stefan: Degus. Biologie - Haltung - Zucht. Natur und Tier-Verlag 2005.

Mettler, Michael: Alles über Chinchillas und Degus. Falken 1997.

Degu-Links:

http://www.degus-online.de
Sehr ausführlich, viele Infos zur Haltung, Ernährung, Verhalten, Krankheiten, etc.

http://www.deguforum.de/
Neben hilfreichen Erlebnisberichten anderer Degu-Besitzer und süßen Fotos gibt es einen FAQ-Bereich und zusätzlich ein Infoheft zum Download

http://www.degupedia.de
Das Degu-Wiki mit unentbehrlichen Infos zum heiklen Thema was Degus essen dürfen und was nicht, teilweise auch Abbildungen von Pflanzen

http://www.degu.at
Gute österreichische Seite mit vielen Informationen, Videos und Anleitung zum Käfigbau

http://www.deguhilfe.de
Vermittlung von Degus, die dringend ein neues Zuhause suchen.

wikipedia-eintrag über degus

http://dp.re4.ch/ratgeber/

http://www.degushome.de.vu/

http://www.deguspecial.de/

http://mitglied.lycos.de/GutDrauf/degus.htm

Unser Degu-Luxus-Heim

kaefigUnser Degukäfig wurde von meinem Vater und einem seiner Freunde gebaut, der Mechanikermeister und erfahrener Bastler ist und sich u.a. schon sein zweites Segelboot selbst baut. Ohne das nötige Fachwissen und das richtige Spezialwerkzeug kann man einen Käfig wie unseren also nicht herstellen. Aber vielleicht findet sich ja die eine oder andere brauchbare Anregung.

Maße:
Grundfläche 48 x 105 cm, der Käfig ist 100 cm hoch und steht auf 50 cm hohen Beinen

Material:

- massives Eisengitter für den Käfig (Abstand zwischen den Gitterstäben ist 2,5 cm, gab es leider nur so, für junge Degus sind diese Löcher zu groß, sie könnten durchschlüpfen und abhauen!)
- ausgediente Räder von einem alten Schreibtischsessel
- Metallrohre für die Beine
- Plexiglas-Scheiben an den Seiten (37 cm hoch), damit nicht noch mehr Mist rausfällt
- Wanne aus Aluminium für die unterste Ebene
- Holzbretter für den Boden des 1. und 2. Stockwerks, Holzleisten am Rand der Ebenen, damit weniger Streu rausfällt
- eine große Holzplatte für die untere Ablagefläche
- Eisenstangen als Aufhängung für die Böden der Stockwerke
- ein großer Apfelbaum-Ast als Verbindung zwischen den Stockwerken
- eine alte Kuchen-Springform als Laufrad (Durchmesser 26 cm)
- Blumendraht zur Befestigung von Ästen und Pappröhren an den Käfigwänden

stauraumDer Käfig ist durch die Rollen mobil und kann bei lauten, verqualmten Festen auch mal in ein ruhigeres Zimmer geschoben werden. Die Ablagefläche unten bietet Platz für Futter, Einstreu, Mistschaufel, Handbesen, Sandschüssel, etc. Der Käfig kann von ganz oben und von vorne geöffnet werden. Die vordere Tür kann nach oben geklappt und dann mit einem Haken befestigt werden. Beim Ausmisten des ersten Stockwerks plagen wir uns immer ein wenig, weil wir da schwer rankommen. Da wäre eine weitere Tür weiter oben ganz praktisch.







kotbremse
Einige Probleme der Konstruktion bemerkt man dann erst nach einer Weile. So war es etwa an manchen Stellen nötig, außen ein Stück Karton als „Kotbremse“ zu befestigen, weil dort sehr viel Mist und Streu herausgefallen ist. Degus sind richtige Dreckspatzen. Auf den einzelnen Ebenen Leisten an den Rand zu schrauben hilft nur bedingt gegen Verschmutzung, weil die Degus auch auf diesen Leisten laufen und auch dabei oft mal durchs Gitter kacken. Das lässt sich nicht vermeiden, darum steht der Besen auch gleich griffbereit. Leider machen Degus ganz schön viel Mist und man muss oft Staub saugen, aber dafür stinken sie bei regelmäßigem Ausmisten (ca. 1 x pro Woche) kaum.

Wenn man einen Käfig baut, der an den Seiten oder zumindest an der Rückwand Holz oder Plexiglas hat, erspart man sich wohl einiges an heraus fallendem Mist wie Einstreu, Heu, Kot. Allerdings bietet das Rundum-Gitter optimale Belüftung, beste Sicht auf die Tiere und viele Möglichkeiten, Einrichtung und Klettermöglichkeiten schnell und einfach mit Draht zu befestigen.

im-rohr

Richtige Ernährung

Die Ernährung von Degus ist ein besonders heikles Thema. Wie Chinchillas sind Degus Magerköstler. In ihrer natürlichen Umgebung ist das Nahrungsangebot eher karg, weshalb sie bei zu reichhaltiger Nahrung leicht an Diabetes erkranken, oft leiden sie durch die Zuckerkrankheit an grauem Star und erblinden.

Deshalb gilt: Obst und Nüsse sind unbedingt zu vermeiden! Früchte – selbst Zitronen – enthalten zu viel Zucker und Nüsse zu viel Fett. Sie sollten nur ganz selten als „Leckerli“ verfüttert werden, aber am besten gar nicht, damit sich die Tiere erst gar nicht daran gewöhnen. Leider werden Degus auch in den Tierhandlungen oft fälschlicherweise mit Hamsterfutter ernährt, das meist zu viele Nüsse und Sonnenblumenkerne enthält. Sollte man falsches Futter im Käfig bemerken, kauft man sie am besten gleich wo anders, sonst bekommt womöglich schon kranke Tiere.

Der gegenseitige Futterneid kann übrigens sehr extrem ausfallen, es kann zu Raufereien und lautem Geschrei kommen. Damit jedes Tier gleich viel frisst, stellt man am besten jedem einen eigenen Futternapf in den Käfig, zumindest wenn die Fütterung beginnt und sich alle auf die leckersten Sachen stürzen. Nach ein paar Stunden kann man ja die Überbleibsel in eine Schüssel geben. Da Degus in freier Natur den Hauptteil ihrer Zeit mit Futtersuche verbringen, entspricht es einer artgerechten Tierhaltung, das Futter im Käfig zu verteilen und die Tiere selber suchen zu lassen.
fressi-zwei
Idealspeiseplan:
abwechslungsreich und gesund ist eine Mischung aus:
- Hauptfutter: Heu
- Futtermischung
- frisches Gemüse
- frisches Grünzeug
- Äste zum Knabbern

Selten füttern:
- Heilpflanzen
- Pflanzen mit ätherischen Ölen
als „Leckerli“:
- Kolbenhirse
- Nüsse
- Sonnenblumen-kerne

NICHT füttern!!!!heuraufe
- trockenes Brot
- Obst
- Nadelbäume
- giftige Zierpflanzen

Heu:
Degus brauchen ständig ausreichend Heu als ballaststoffreiches Raufutter, es sollte immer welches im Käfig sein. Sie verwenden es auch zum Nestbau. Man kann das Heu einfach in den Käfig legen, die Tiere tragen es schon dort hin, wo sie ihr Nest haben wollen. Man kann aber auch eine Heuraufe in den Käfig einbauen.

Futtermischung:

Vorsicht: Hamster- oder Rattenfutter ist für Degus nicht geeignet, weil viel zu nahrhaft. Es gibt ein eigenes Degufutter der Firma Vitakraft, das aber meiner Ansicht nach zu viele Getreidekörner enthält. Die sind nicht nur zu nahrhaft, unsere Degus mögen sie auch nicht besonders und lassen sie meist übrig. Das Degu-Menü von JR Farm wird immer wieder empfohlen, es ist nicht gerade billig, aber wirklich ideal auf die Ernährungsbedürfnisse von Degus abgestimmt, viele gute Kräuter, Gemüse, nichts was ihnen schadet, kein Obst, keine Nüsse. Unsere Jungs stehen total drauf.

Im Buch „Gesellige Degus“ von Sporon/Mettler wird empfohlen, Meerschweinchenfutter mit Chinchillapellets (das sind aus Pflanzenfasern gepresste Stäbchen) zu mischen. Man muss dann eben die Inhaltsstoffe auf den Packungen genau checken, ob Sonnenblumenkerne, Nüsse, Früchte oder gar Zucker (oft auch Saccharose, Fructose genannt) im Futter enthalten sind.

Futter immer in einem gut verschlossenem Behälter aufbewahren, sonst züchtet man Lebensmittelmotten!

Die kostengünstigste Variante ist der Kauf von offenem Futter. Das gibt es zum Beispiel bei Fressnapf und Hornbach, man zahlt nach Gewicht. Da sieht man auch gleich, was drin ist. Fressnapf hat zwei Sorten Meerschweinchenfutter ohne Obst und Nüsse. Hornbach hat Chinchillapellets, Luzerneringe, Erbsenflocken, Karottenwürfel und Rote Beete. Daraus da kann man sich selbst was Leckeres mischen.

Zuerst stürzen sich unsere Degus immer auf die Gemüseflocken. Die Stäbchen aus Pflanzenfasern schmecken ihnen weniger, die bleiben am längsten übrig. Sie bekommen aber erst wieder was, wenn sie alles aufgefressen haben.

Frisches Gemüse:

Degus fressen gerne Gemüse. Gemüse aus dem Handel muss gründlich gewaschen werden, weil es oft mit Pestiziden behandelt ist. Am besten wäre Gemüse aus dem eigenen Garten oder einem Bio-Laden. Nach dem Waschen sollte man das Gemüse abtrocknen. Es muss nicht klein geschnitten werden, Degus nagen sowieso gerne und in freier Natur suchen sie sich ihr Futter ja auch selbst und knabbern es klein.

Man kann Degus Blattsalate, Paprika, Salatgurken, Sellerie, Chinakohl und andere Kohlsorten, Kohlrabi, Karotten (auch die Blätter), Lauch und Tomaten geben. Uns ist aufgefallen, dass unsere Degus ganz frisches Gemüse nicht mögen, sie lassen es lieber eine Weile liegen und knabbern es erst an, wenn es etwas lasch ist. Bei frischem Grünzeug ist es genauso. Vorsicht: Degus sind eher trockenes Futter gewöhnt, bei zuviel frischem Futter bekommen sie schnell Durchfall, unser Tequila ist daran gestorben :(.

Wenn man Durchfall bemerkt – sofort alles Fressbare aus dem Käfig nehmen und nur noch mit Heu füttern!

Frisches Grünzeug:

Wer einen eigenen Garten hat, kann diesen nach Lust und Laune plündern, auch Wanderungen am Land können einiges an Futter liefern. Das Grünfutter sollte nur nicht neben stark befahrenen Straßen oder neben pestizidbehandelten Äckern liegen. Mitsamt Wurzeln ausgerissene Pflanzen können Degus lange beschäftigen und entsprechen ihren natürlichen Nahrungsgewohnheiten.

Leckere Pflanzen: Gräser, Wegerich, Löwenzahn, Gänseblümchen, Kräuter

Unsere Degus mögen Kräuter nicht besonders, aber sie lieben Löwenzahn und Ruccola – sollte man aber wegen der enthaltenen Bitterstoffe nicht zu oft geben. Heilpflanzen wie Kamille und Ringelblume sollte man eher selten verfüttern. Die Jungs mögen auch Blätter von Erdbeerpflanzen und Rosenblüten (ungespritzt!) sehr gerne. Aber Rosen bekommen sie eher selten, weil man Pflanzen mit ätherischen Ölen auch nicht so oft verfüttern soll. Spinat, Sauerampfer und Rhabarber enthalten Oxalsäure, die in großen Mengen auch für Menschen giftig ist, sollte man also lieber nicht an Degus verfüttern.

Vorsicht bei Zierpflanzen! Die meisten davon sind giftig. Grünlilie (Clorophytum), Zypergras (Cyperus) und Tradeskantie (Tradescantia, Zebrina) kann man aber als Futter verwenden. Im Winter kann man als Grünfutterquelle Nagergras oder Katzengras im Topf ziehen.

Äste, Rinde und Laub:

Degus fressen sehr gerne Rinde, Laub, Knospen und Blüten von (ungespritzten!) Weiden- und Obstbaumzweigen oder Haselnuss-Stauden. Man kann sie das ganze Jahr über ernten. Außerdem sind Äste und Rinde das ideale Material zum Nagen. Vorsicht bei anderen Bäumen und Sträuchern, viele davon – etwa Nadelbäume und Hecken – sind für die Tiere giftig. Nicht erschrecken: nach dem Genuss von Apfelbaumholz verfärbt sich der Urin der Tiere rot, das ist normal und ungefährlich.

Was Mojito, Pablo und Gonzo besonders mögen:
Löwenzahn (Stängel, Blätter und Blüten), Blätter und Äste vom Apfelbaum, Tomaten, Erbsenflocken, getrocknete Karottenwürfel, Rosenblüten

Das ideale Degu-Heim

Mindestmaße für artgerechte Haltung:
• Grundfläche von 0,4-0,5 m2 (für bis zu fünf Degus)
• Höhe nicht unter 40 cm für ausreichende Klettermöglichkeiten

Grundsätzlich gilt: Degus brauchen ausreichend Platz, abwechslungsreiche Einrichtung, Kletter- und Versteckmöglichkeiten. In zu kleinen und langweiligen Käfigen entwickeln sie Verhaltensstörungen wie etwa zwanghafte Bewegungsabläufe. Vor allem aber sei jeder zukünftige Degu-Besitzer davor gewarnt, dass diese Tiere extrem starke Nager und dadurch wahre Ausbruchskünstler sind!

Unzernagbare Behausung

Vor Deguzähnen ist nichts sicher, dünner Maschendraht, wie er etwa bei Hasenkäfigen verwendet wird, stellt kein Hindernis dar, selbst das härteste Plastik hält sie nicht auf. Das kann sogar lebensgefährlich für die Tiere sein - verschluckte Splitter können zu schweren inneren Verletzungen führen! Außerdem gibt es auch beim Freilauf viele Gefahren, etwa Hunde und Katzen oder sich plötzlich öffnende Türen. Degus, die noch nicht zahm sind, lassen sich nur sehr schwer wieder einfangen und sie knabbern natürlich auch in der Wohnung alles an - auch Stromkabel.

Leider gibt es im Handel kaum brauchbare Käfige für Degus. Fast jeder Käfig, der über ausreichende Größe verfügt, hat unten eine Wanne aus Plastik und ist daher ungeeignet - es sei denn, das Käfiggitter ist so am Plastik befestigt, dass die Degus keine Ecken und Kanten mit ihren Zähnen erreichen können. Gitterstäbe sollten unlackiert sein, da auch sie angenagt werden. Das Personal in Tierhandlungen hat leider oft nicht die geringste Ahnung und empfiehlt ungeeignete bzw. viel zu kleine Käfige.

Fazit: die meisten Deguhalter bauen sich ihr Deguheim selbst. Man findet dazu diverse Anleitungen im Netz, also einfach googlen und ab in den Baumarkt. Ebenfalls ganz gut eignen sich Aquarien, weil die Nagerzähne keine Angriffsflächen finden. Allerdings brauchen Degus Möglichkeiten zum Klettern und die lassen sich im Aquarium nicht so einfach befestigen. Man sollte vor allem bedenken, dass ab einer Höhe von über 50 cm die Belüftung im Aquarium nicht mehr ausreichend ist. Außerdem erfolgt die Zähmung hier etwas langwieriger: da Greifvögel ihre natürlichen Feinde sind, flüchten Degus und verstecken sich sofort, wenn etwas von oben auf sie zukommt, deshalb ist ein Käfig mit einer seitlichen Tür praktischer. Viele Deguhalter bauen auch einen Käfig als Aufsatz auf ein Aquarium, wobei das Ausmisten dann etwas umständlich sein kann.

Standort:

Zugluft, Zigarettenrauch und Lärm sollten vermieden werden, Sonnenlicht ist wichtig. Wer plant, den Käfig im Schlafzimmer aufzustellen, sollte beachten: Degus sind zwar grundsätzlich tagaktiv, können aber auch nachts ziemlichen Krawall machen, wenn ihnen grade danach ist, zu nagen.

Käfigeinrichtung:

Material: Auch hier gilt: alles wird angenagt. Plastik und eventuell giftiges Material wie etwa Spannplatten sollten vermieden werden, unbehandeltes Holz ist ungefährlich, wird aber auch angenagt, was ziemlichen Lärm erzeugen kann. Degus sind sehr neugierige und verspielte Tiere, je mehr Abwechslung es in ihrem Heim gibt, umso besser. Als Einstreu verwendet man Sägespäne und es sollte auch immer ausreichend Heu zum Fressen und für den Nestbau vorhanden sein.
untergeschoss
Eine Wasserflasche sollte am besten außen am Käfig befestigt werden, sodass nur das Metallrohr am Ende in den Käfig ragt. Ansonsten werden die Degus alles daran setzen, die Flasche aus ihrer Befestigung zu befreien und sie kaputt beißen, da diese Flaschen meistens aus Plastik bestehen. Bei Dehner haben wir eine Wasserflasche für Kaninchen gefunden, die aus Glas und einem Metallröhrchen besteht, das ist ideal.

Als Futterbehälter verwendet man am besten Schüsseln aus Steingut mit ca. 15 cm Durchmesser, die man im Zoofachhandel bekommt. Degus setzen sich beim Fressen gerne auf den Rand, die Schüssel sollte also schwer genug sein, damit sie nicht umkippt. Übrigens kann es zu großen Streitereien ums Futter kommen, das lässt sich vermeiden, wenn jedes Tier seine eigene Schüssel bekommt. Sonst besteht auch die Gefahr, dass das dominantere Tier viel mehr frisst und der andere zu wenig bekommt. Man kann aber auch das Futter im Käfig verteilen, da Degus in der freien Wildbahn den Hauptanteil ihrer Zeit damit verbringen, Futter zu suchen, kommt dies einer artgerechten Haltung sehr entgegen.
letz-fetz


Laufräder werden von den bewegungsfreudigen Tieren gerne benutzt und können vor allem in kleinen Käfigen zusätzliche Bewegungsfläche schaffen. Sie sollten aber einen Mindestdurchmesser von 25 cm haben, sonst bekommen die Tiere einen Haltungsschaden. Laufräder mit Speichen sind auch nicht so toll, die Tiere können sich daran die Beine verletzen, vor allem wenn ein zweiter Degu plötzlich auch einsteigt – was oft vorkommt! Wir haben eine alte Kuchenspringform als Laufrad eingebaut, das funktioniert prächtig, sogar zu zweit.



Darüber hinaus braucht man unbedingt:

• Klettermöglichkeiten
• Versteckmöglichkeiten
• Nagematerial
• Sandbad

- Klettern:
klettern1
Am besten baut man in den Käfig mehrere Ebenen ein. Als Verbindung der Ebenen und zum Klettern kann man Holzbretter (unbehandelt! - min. 1 cm dick, dann verlieren die Degus schnell die Geduld am nagen), größere Steine, Wurzeln und Äste verwenden. Äste kann man von Apfel- Haselnussbäumen oder Weiden nehmen, bei anderen Bäumen muss man stets darauf achten, ob sie für Degus auch nicht giftig sind! (Überprüfung bei www.degupedia.de). In Tierhandlungen bekommt man Mangrovenwurzeln als Aquariendeko, sie sind sehr hart und werden nicht zernagt, eignen sich aber sehr gut als Klettergerüst.

- Verstecken:

In freier Natur errichten Degus Höhlen und unterirdische Gänge, sie verstecken sich daher gerne in Tunneln. Im Zoofachhandel bekommt man zum Beispiel Korkröhren – sie sind allerdings relativ teuer und werden in nullkommanix zernagt. Röhren aus Ton sind im Zoohandel auch eher teuer und meist nur für die Körpergröße von Hamstern und Rennmäusen geeignet, aber wer Glück hat, findet im Baumarkt Röhren aus Terrakotta.

papphaus

Wir verwenden Pappröhren, die sind bei den unseren Degus sehr beliebt, sie zupfen gerne Streifen davon ab und bauen sich daraus ein Nest. Man kann in Möbelhäusern danach fragen, Teppiche und Böden werden auf Papperöhren aufgewickelt und was dort im Abfall landet kann man sich vielleichterschnorren. Mit einer Stichsäge lassen sich die Röhren auf die passende Größe zurechtschneiden. Wir beziehen unsere Pappröhren aus einem Aluminiumwalzwerk, wo kurze Stücke mit unterschiedlichem Durchmesser im Abfall landen. Außerdem haben wir ganz tolle Tunnel aus Baumrinde, die beim Holzschneiden als Abfall angefallen sind.


Man kann auch Kugeln und Tunnel aus Pappmaché errichten: Luftballons mit mehreren schichten nassem Klopapier umwickeln, trocknen lassen, Luftballon kaputt stechen und entfernen. Wird zwar mit der Zeit von den Tieren zerlegt, macht aber Spaß in der Erzeugung und bietet viele Gestaltungsmöglichkeiten. Mit einer Lochsäge kann man dann Eingänge ausschneiden.doppelwhopper



Aus Steinen, Ästen, Rinde oder auch Blumentöpfen kann man auch Verstecke bauen oder man kauft im Zoohandel ein Häuschen. Häuser für Meerschweinchen müssten von der Größe her passen. Es gibt sie aus Holz, das natürlich angenagt wird, aber auch aus Ton. Plastik ist hier ebenfalls auf jeden Fall zu vermeiden! Man sollte die Käfigeinrichtung auch ab und zu verändern und erneuern, das ist für die neugierigen Degus sehr spannend. Eine mit Heu gefüllte leere Klopapierrolle, ein leerer Eierkarton oder ein Haufen aus Laub kann sie über längere Zeit intensiv beschäftigen!


- Nagematerial:

Nagetiere brauchen immer ausreichend Material zum Nagen, sonst werden ihre Zähne zu lang. Es sollten also immer Äste im Käfig liegen und Nagersteine aus der Tierhandlung kann man im Käfig befestigen. Äste von Apfelbäumen und Haselnusssträuchern schmecken unseren Degus ganz besonders. Vorsicht: Nadelbäume und viele andere Arten können für Degus giftig sein und Obstbäume müssen natürlich ungespritzt sein, genauere Infos auch hier unter www.degupedia.de

- Sandbad:

Wie Chinchillas brauchen auch Degus zur Fellpflege ein tägliches Sandbad. Das macht ihnen sehr großen Spaß und sieht ziemlich witzig aus. Man kann Chinchillasand oder feinen Vogelsand (sehr viel billiger) verwenden. Der Behälter für den Sand sollte groß genug sein, dass sich der Degu darin herumwälzen kann - und schwer genug, dass er ich nicht umkippen kann. Am besten nimmt man eine Auflaufform oder Schüssel aus Glas, Keramik oder Metall. sandbad

Man sollte den Sandbehälter aber nicht ständig im Käfig lassen, weil er sonst mit Einstreu verscharrt und als Toilette benutzt wird und dann seinen Zweck nicht mehr erfüllt. Am besten stellt man das Sandbad einmal täglich für ca. 15 Minuten in den Käfig. Es wird jedesmal aufs Neue neugierig inspiziert und die Degus genießen das Bad sichtlich.

Übrigens: auf keinen Fall sollte man Degus in Wasser baden!!! Sand ist ideal für ihre Fellpflege und sie haben außerdem auch keinen starken Eigengeruch. Im Gegensatz zu anderen Nagern stinken Degus so gut wie gar nicht, wenn der Käfig alle 1-2 Wochen ausgemistet wird.

Degus brauchen Gesellschaft!

kuscheln Degus sind sehr gesellig. In freier Natur leben sie in Gruppen bis zu zehn Tieren zusammen, mehrere Familien bilden Kolonien, die bis zu hundert Tiere umfassen können. Auch wenn sich zahme Degus gern mit ihren menschlichen Mitbewohnern beschäftigen, Artgenossen sind unersetzbar!

Kuscheln, Spielen, liebevolles Beknabbern und kleine Raufereien sind wichtige Aktivitäten im Tagesablauf von Degus. Sie sollten daher mindestens zu zweit gehalten werden, außerdem macht es auch viel Spaß, die Tiere beim Spielen, Kuscheln und gelegentlichen Boxkämpfen zu beobachten. Besonders das laute Schimpfen bei der Verteidigung des Futters gegenüber Artgenossen kann sehr lustig sein...

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Wichtige Infos vor der Anschaffung

Degus werden mittlerweile in fast allen Tierhandlungen angeboten, leider weiß das Personal oft kaum über die speziellen Bedürfnisse dieser Tiere – besonders bei Behausung und Ernährung - bescheid. Degus sind zweifellos süß, aber nicht ganz so einfach zu halten wie andere Nager.

Eine Tierhandlung bezeichnet Degus sogar als „ideal für Kinder, da tagaktiv“ – eine echt schwachsinnige Aussage. Die Zähmung von Degus erfordert einige Geduld, die Kindern oft fehlt. Unsere Degus mögen es nicht besonders, wenn sie gepackt werden, sie beginnen dann ganz wild zu treten und ihre Krallen sind scharf. Kinder wollen ihr Haustier aber natürlich mal aus dem Käfig nehmen und streicheln. Wenn sich das Tier überhaupt fangen lässt und dann wild um sich tritt, wird es vielleicht fallen gelassen, lässt sich nur mehr schwer einfangen und knabbert mit großer Wahrscheinlichkeit die Einrichtung oder Kabel an. Das sollten Eltern bedenken und vielleicht besser andere Haustiere in Erwägung ziehen.

Heikle Punkte bei der Degu-Haltung:
1. Artgenossen erwünscht!
2. Artgerechte Haltung, „unzernagbare“ Behausung
3. Richtige Ernährung


Zähmung

Die Zähmung von Degus erfordert etwas Geduld. In einer neuen Umgebung sind sie anfangs verwirrt und scheu. Darum sollte man sie nicht aus der Transportbox herausnehmen, sondern diese in den Käfig stellen und warten bis sie herausklettern. Dann werden sie sich zuerst einmal ein Versteck suchen und nach einer Weile ihre Umgebung erkunden. Bei lauten Geräuschen und schnellen Bewegungen fürchten sie sich und verstecken sich sofort. Auch wenn Degus anfangs ziemlich scheu sind, sind sie auch gleichzeitig ganz fürchterlich neugierig (was bei Tieren ja auch ein Indikator für Intelligenz ist). Wer geduldig wartet, dem werden sich die Tiere mit der Zeit ganz vorsichtig nähern. Es ist immer recht amüsant, wie die Neugier schließlich über die Angst siegt – die Degus kommen näher, laufen wieder weg, kommen wieder ein bisschen näher, usw. ausflug


Am besten legt man seine Hand in den Käfig, ein Stückchen Futter auf der Handfläche wird die Tiere früher oder später anlocken. Zuerst wird sich der Degu das Futter holen und damit schnell wieder weglaufen, später dann auch die Hand untersuchen und die Fingern leicht beknabbern. Dann kann man auch versuchen, die Finger vorsichtig zu bewegen. Man kann auch einfach seinen Arm als Klettergerüst in den Käfig legen, was aber noch viel mehr Geduld erfordert. Mit Erbsenflocken kann man die Tiere doch sehr viel schneller anlocken.




paploinderhand
Übrigens: da sich Degus gegenseitig gern beknabbern, mögen sie es lieber, wenn man sie mit den Fingern zart krault statt mit der flachen Hand streichelt. Möchte man scheue Degus einfangen um den Käfig zu reinigen, kann man sie in ein Behältnis treiben, zB eine Pappröhre

Achtung: Die natürlichen Feinde von Degus sind Greifvögel. Deshalb fürchten sie sich und flüchten, wenn etwas von oben auf sie zukommt. Man sollte also einen Käfig wählen, der seitlich und nicht nur von oben zu öffnen ist.

General Info

Was zum Henker ist ein Degu?

dreiherrenDegus zählen zu den sogenannten „Trugratten“ - das sind Nagetiere, die Ratten ähnlich sehen, verwandtschaftlich aber kaum etwas mit ihnen zu tun haben. Nähere Verwandte der Degus sind hingegen Meerschweinchen und Chinchillas. Manchmal werden Degus auch als "Strauchratten" bezeichnet. Im Gegensatz zu Ratten, die ihnen von der Größe in etwa entsprechen, haben Degus einen behaarten Schwanz mit einem borstigen Ende. Weshalb sie auch manchmal "Pinselschwanzratte" genannt werden. Degu-Junge kommen bereits behaart zu Welt, während neugeborene Ratten und Mäuse nackt sind. Degus haben große Mäuseohren und eine flache Nase. Ihr Fell schimmert in mehreren Brauntönen, der Schwanz ist schwarz. Sehr selten ist der graue Degu, andere Farbvarianten gibt es allerdings nicht.

Wo kommen Degus her?

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Das Verbreitungsgebiet der Degus liegt im mittleren Chile .
Der „gewöhnliche Degu“ (lat. Octodon degus) gilt dort als das am weitesten verbreitete Säugetier und gilt als regelrechte Plage. Daneben gibt es in Chile auch Wald-, Küsten- und Pazifik-Degus. Gewöhnliche Degus besetzen in ihrer Heimat eine ökologische Nische, die anderswo von Erdhörnchen eingenommen wird. Sie sind sehr soziale Tiere, die in freier Natur in Gruppen von fünf bis zehn Tieren zusammenleben und unterirdische Höhlen und Gänge errichten. Ihre natürlichen Feinde sind Füchse, Eulen und Greifvögel.

Da die Landessprache in Chile Spanisch ist, haben wir unsere Degu-Jungs Mojito, Gonzales (a.k.a. Gonzo) und Pablo genannt, es gab auch einen Tequila, der ist leider verstorben.

Degus in Zahlen:
Kopf-Rumpf-Länge: 12,5 – 19,5 cm
Schwanzlänge: 10,5 – 16,5 cm
Normalgewicht: 200 – 220 g
Lebenserwartung: durchschnittlich 5 Jahre, auch bis zu 10 Jahre möglich
Geschlechtsreife: Weibchen mit 7, Männchen mit 12 Wochen
Tragezeit: 77-90 Tage
Wurfgröße: 1-10 Jungtiere, 1-4 x pro Jahr
Quelle: Sporon, Anna/ Mettler, Michael: Gesellige Degus. Kosmos Ratgeber 2002.

Achtung: Degus sind nicht ganz so pflegeleicht wie Hamster oder Meerschweinchen! Vor der Anschaffung von Degus sollte man sich unbedingt über die passende Unterkunft und Ernährung für die Tiere informieren! Denn: Degus nagen alles an, auch Hartplastik, und sie sind anfällig für Diabetes.

In vielen Tierhandlungen weiß das Personal leider überhaupt nichts über die speziellen Anforderungen dieser Tiere und empfiehlt falsches Futter und zu kleine bzw. ungeeignete Käfige. Oft werden Degus als ideales Haustier für Kinder empfohlen, da sie tagaktiv sind. Das ist Blödsinn. Degus sind zwar keine rein nachtaktiven Tiere, aber sie schlafen auch nicht die ganze Nacht, und können auch nachts mal lautstark quietschen und an ihrer Käfigeinrichtung nagen, außerdem sind Kleinnager generell nicht für kleine Kinder geeignet, da sie einfach keine Tiere zum Streicheln sind und Angst haben, wenn man sie packt und hochhebt. Da wäre ein Kaninchen sicher besser geeignet.
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